← Zurück zur Bibliothek

Volos Almanach der Monster

Regeln: 5e Sprache: de

Buch-ID: volos-almanach-der-monster · 224 Seiten

Seite 75 Abschnitte: 2

Eine einzigartige Form der Kunst. der manche Feuerriesen nachgehen. ist die Manipulation von abkühh::ndem Magma, wodurch fantasti• sehe, einzigartige Figuren entstehen. Die spektakulärsten dieser Werke werden in der Festung gesammell und ausgeslelll. ähnlich einem Garten anderer Kulturen. M ÄCHTIGE KÄMPFER, SCHLECHTE P L ANER \.'lenn Feuerriesen nicht ihre Handwerkskunst verfeinern, üben sie den Umgang mit Waffen oder trainieren, um kampfbereit zu bleiben.

Der typische Feuerriese hat ein Verständnis von Kampf- laktiken, dem wenige andere Krieger gewachsen sind, doch sein Verständnis von Strategie ist nur rudimentär. Dies isl nicht die Folge mangelnden Könnens, sondem hai seine Wurieln in der Tradition. In vergangenen Zeitaltern, als die Riesen gemeinsam die vVelt behi;rrschten, wurde die Slrategic von den Wolken- und Sturmriesen entschieden.

Seil die Klans nach Ostorias Kriegen gegen die Drachen ihrer eigenen Wege gingen, unternahmen die Feuerriesen keine großen. strategischen Bemühungen, um ihren EinRuss zu vergrößern. Allerdings trugen sie zahllose Scharmützel und andere taktische Gefechte aus, vor allem um die Kontrolle über Territorien zu behalten, die sie bereits beanspruchten.

Sollte ein ehrgeiziger Feuerriese jemals ein Meis- ter der strategischen Planung werden (oder einen kooperativen General gefangen nehmen oder versklaven), würde wenig einen Stamm von Feuf'.rricsen au01altcn könnP.n. Feuerriesen züchten Möllcnhundr. und bilden sie als Wachtiere aus, und manchmal überzeugen sie menschliche Zauberer (freie oder versklavte), Peuerelementare als Wächter für ihre Festungen zu beschwören.

Einige erlauben es Trollen, durch die seilen ver- wendeten Bereiche der Burg zu streifen, sodass auch diese Krea• turcn zur Verteidigung beitragen können. Trolle müssen nicht versorgt werden, können von den Resten der Peuerriesen sowie toten oder kranken Sklaven leben und sind zäh genug. die meisten Eindringlinge zu vertreiben - und da sie anfällig gegenüber Feuer sind. stellen sie keine große Gefahr für einen Feuerriesen dar. SKLAVEN: EINE ARBEITSERSPARNIS Es ist viel Arbeit nötig.

um eine Feuerriesen-Festung zu errichten und zu erhalten. Der Großteil dieser Arbeit wird nicht von den Riesen selbst geleistet, sondern von den Sklaven, die sie halten. Feuerriesen versklaven andere Kreaturen und setzen sie für ein• fache Aufgaben ein. damit sich die Riesen auf den Betrieb ihrer Schmieden und ihre Handwerkskunst konzentrieren können. Sie sind keine übermäßig grausamen Meister, aber sie sind auch nicht besonders gütig.

Da Sklaven keine Riesen sind, schert sich niemand um sie und schließlich gibt es immer Nachschub an neuen, falls welche ausfallen sollten. Dit1 meisten Kreaturen, dit1 Feuerriesen langen, werden als Ar- beiter in den Minen eingesetzt oder auf ßauemhöfen an der Ober- fläche. welche die Riesen als Teil ihres Gebiets beanspruchen.

,r:ie 1 > Sclbsl meisterliche Handwerker anderer Völker müssen lcdiglid1 Hilfsarbeiten leisten, weil nur wenige von ihnen über Talente ver- fügen, welche die Feuerriesen als nützlich betrachten. Nur Krea- turen mit Pähigkeiten, die Feuerriesen zwar benötigen, aber nicht selbst ausüben wollen (weil sie im Ordning kein Ansehen bringen, wie Buc11!1altung, Braukunst und Medizin), dürfen weiter ihrem l-! a ndwerk nachgehen.

Fähige Sklaven werden besser behandelt, zumindest insofern, dass ein Besitzer weniger Gcwall gegenüber seinem empfind- lichen Werkzeug einsetzt. Doch in der Regel sehen Feuerriesen Menschen so, wie Menschen Pferde betrachten: Sie sind nütz- lich, wenn man sie richtig anleitet, und einige sind wertvoll, weil sie seltene Eigenschaften besitzen - aber selbst das schlaueste, bestausgebildete Pferd ist keine Person.

Dennoch kommt es vor dass Feuerriesen einen Sklaven-Heilkundigen konsull ieren, wc1~n sie krank werden, oder einen Sklaven-Ingenieur, ehe sie einen schwierigen Te.il einer Tunnelausgrabung beginnen. (Allerdings nur, um sicherzustellen, dass die richtigen Werkzeuge und Mate- rialien für die Ausgrabung zur fümd sind, nicht um eine zweite Meinung etwa zur slrukturcllcn l ntegrität einzuholen.) Riesen, die niedrig im Ordning stehen, müssen Sklaven verwal- ten 1111d die Minen bei reiben.

Es isl eine wicl1tige Arbeit, Mine.n- schächte auszuheben und Erz zu graben, aber die Verhüttung und Verarbeitung von Metall werden höher geschätzt als die Anstren- gungen dafür, dass ein Tunnel nicht über den Sklaven einstürzt. DEN PREIS BEZAHLEN Manchmal erlauben Feuerriesen, dass Gefangene von ihren Parni- licn oder Gemeinschaften freigekauft werden, sobald sich heraus- s tellt, dass ein Sklave keine besonderen Begabungen besitzt, und andere bereit sind, für ihre Riickkehr zu bezahlen.

Woh.lhabcnde Gefangene wie Kaufleute und Aristokraten werden aus offenkun- digen Gründen mit der größten Wahrscheinlichkeit freigekauft. Die geforderte Zahlung besteht selten aus Tand wie Gold oder Edelsteinen; Peuerriescn ziehen Bezahlungen in Milhril, Adamant oder anderen Sklaven vor (die nützlichere Talente oder einen stär- keren Rücken haben). FROSTRIESEN ------·-- ---- Frost:1icsen leben in den abgelegenen, eisigen Orlen der Welt.

Al- les, was wärmer als das Fleisch eines frisch gctötelen Elchs ist, ist fiir sie Feuer. \ 1Vie ein Matrose das Heulen des Windes fürchtet das de.n Sturm ankündigt, so schaudern die l lewohncr dP-r Berge u•nd • nördlichen Steppen, wenn sie die Kriegshörner hören, welche die Ankunft von Thryrns blauhäuligen, eisigen Kindern prophezeien. ÜRDNING DER MACHT Die Position im Ordning der Frostriesen wird von schierer, bruta- ler Sti-irkc beslirnmt. Frostriesen wissen, dass jene,

der größten Wahrscheinlichkeit freigekauft. Die geforderte Zahlung besteht selten aus Tand wie Gold oder Edelsteinen; Peuerriescn ziehen Bezahlungen in Milhril, Adamant oder anderen Sklaven vor (die nützlichere Talente oder einen stär- keren Rücken haben). FROSTRIESEN ------·-- ---- Frost:1icsen leben in den abgelegenen, eisigen Orlen der Welt. Al- les, was wärmer als das Fleisch eines frisch gctötelen Elchs ist, ist fiir sie Feuer.

\ 1Vie ein Matrose das Heulen des Windes fürchtet das de.n Sturm ankündigt, so schaudern die l lewohncr dP-r Berge u•nd • nördlichen Steppen, wenn sie die Kriegshörner hören, welche die Ankunft von Thryrns blauhäuligen, eisigen Kindern prophezeien. ÜRDNING DER MACHT Die Position im Ordning der Frostriesen wird von schierer, bruta- ler Sti-irkc beslirnmt.

Frostriesen wissen, dass jene, die Gerissen- heit, Geschicklichkeit und Magie nutzen, gefährliche Peinde sind und manchmal reine Stärke überwinden können, aber niemals auf eine geradlinige, faire Art. Gegner, die auf diese Weise handeln sind maug, und nur Stärke all~i11 ist maal. ' Zweifel oder Meinungsverschiedenheiten unter Frostriesen werden in Wettbewerben der Stärke entschieden, für gewöhnlich in einem Ringkampf.

Es kann sich aber auch um einen Wettkampf im Schleudern von Felsbrocken, eine Jagd oder ein Duell Riese gegen Riese handeln. Um einen Beweis für ihre Überlegenheit zu erbringen, behalten und präsentieren Frostriesen Trophäen ihrer Opfer. Mammut- stoßzähnc, Gre.ifenschnäbel und Mantikorschwänzc verzieren die Wände ihrer Horte. Eindrucksvolle Humanoide werden ebenfalls in Trophäen verewigt, aber nur selten stellen die Riesen einen Kopf oder Leib aus.

Das Zwciha 11dschwc1·t eines menschlichen Helden oder der Stab eines Magi,::rs ist in diesem Fall eine pa8- sendcre Wahl. Die Rüstung und die Waffen eines Frostriesen stellen ebenso seine Ehre im Kampf zur Schau wie seine Trophäen, zumindest KAPITff 1 \H.1'\Sl"LR IISSE'\ ..r::: '"\:; /;J für jene, welche die Zeichen lesen können. Kerben im Schaft einer Waffe zeigen Anzahl und Art der Feinde. die er erschlagen hat. Hörner, Federn, Klauen und Stoßzähne. die an Helm und Rüstung befestigt werden.

dienen als Beweis seiner Taten und seiner Stärke. Das Ordning der Frostriesen wird von Stärke und nur von Stärke entschieden, und es gibt keinen Unterschied in der körperlichen Kraft der Geschlechter. (Die meisten Pflichten der Kindererzidiung werden von alten Riesen beider Geschlcchrer erfüllt, nicht nur von Frauen.) Es gilt als extrem m.iug.

eine schwangere Frau anzugreifen oder herauszufordern, selbst um seinen Stand zu erhöhen, so als würde man einen Rivalen angreifen, während er schläfL Ein Frostriese. der schwächer ist als seine Vettern. nimmt einen niedrigen Rang im Ordning ein und hat so gut wie keine Chance aufzusteigen. Manchmal, wenn ein Riese bis zum Äußersten frustriert von dieser Situation ist, wendet er sich heimlich der An- betung von Vaprak zu, der Gottheit der Trolle und Oger.

Erlangt der Abtrünnige Vapraks Gunst, wird er zu einem Ewigen - einem Riesen mit genug Stärke, um die Anführer seines Klans herauszu- fordern. dessen Schicksill .,_,:;jedoch ist, verstoßen oder getötet zu werden, falls sein geheimi>s Bündnis jemals bekannt wird. Weil Stärke das einzige Maß der Frostriesen ist, werden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit als andere Riesen Angehörige frem- der Völker in ihre Mitte aufnehmen.

Die Macht eines Menschen, der Eisbären mit bloßen Händen jagt, wie es Frostriesen tun. oder der einen der ihren im Ringkampf bezwingt, kann nicht geleugnet werden. Ein solcher Mensch könnte niemals der Häuptling eines Stammes sein, aber er könnte sich einen Ehrenplatz erarbeiten und als von Thrym gesegnet betrachtet wr.rden. SKRUPELLOSE PLÜNDERER Die Gesellschaft der Frostriesen weist keine nennenswerten Produktionsstätten auf. Sie nimmt sich das, was sie braucht.

von anderen - und wenn sie etwas nicht nehmen kann, dann braucht sie es nicht. Frostriesen fertigen Lederwaren. Stoffe und Kno- chenwerkzeuge aus den Tieren, die sie jagen, aber damit erschöpft sich fast ihr gesamtes Handwerk. Wenn Frostriesen einen Überfall auf eine nahe Siedlung oder einen Außenposten unternehmen. greifen sie stets gedeckt durch einen Schneesturm an.

Sie halten den Sturm für das Zeichen Thryms, dass die schwach knochigen Humanuiden bereit sind, ausgeplündert zu werden, so wie ein Bauer ein Gewitter als Segen des Erntegottes sehen könnte. Frostriesen unterteilen ihre Beute in „rod" und „kvit". Beute, die rod (,,rot") ist, besteht aus lebenden Kreaturen, entweder Vieh oder Sklaven. im Gegensatz dazu beschreibt kvit (,,weiß") materielle Güter, vor allem Alkohol, Gegenstände aus Stahl und große Edelsteine.

Frostriesen erbeuten gern Edelsteine, um ihre Kleidung zu verzieren, doch Münzen werden nach einem Überfall THRYMS EISICE MACHT Thrym war schon lange der Rivale seines Zwillingsbruders Surtur um die Zuneigung Annams. Die Frostriesen sind stolz aufThryms Siege über Surtur und andere legendäre Gefahren, mit denen er bewies, dass er stärker und tap- ferer war. Doch ließ sich Annam mehr von Surturs ges- chickt gefertigten Geschenken überzeugen als von den Tro- phäen, die Thrym ihm zu Füßen legte.

Aus diesem Grund hegen die Frostriesen einen größeren Groll gegen Annam als die meisten anderen ihres Volkes. Im Gegensatz zu seinen Brüdern wird Thrym selten allein

Abschnitte auf dieser Seite

  • Abschnitt 1 Seiten 74–75
  • Abschnitt 2 Seiten 75–76