ein Elf nach Immerdar gerufen wird. Nun, das ist keine Kindergeschichte. Hast du jemals einen alten Elfen getroffen? Wie soll man es wissen, nicht wahr? Nun, wenn du jemals die Ehre hast, einem alten Elfen in einer solchen Zeit zu begeg- nen, dann wirst du einen ähnlichen Bogen in den Augen des Elfen über der Pupille sehen. Das ist Sehanine Mondbogens Art, den Elfen ins Jenseits zu geleiten.
Die Bögen können den Elfen blind für diese Welt machen, aber sie verschwinden, wenn er die nächste betritt, sodass er den elfischen Himmel erblicken kann. Nun, das ist genau das, was in Immerdar passiert, und der Elf muss nicht tot sein, um es zu erlan- gen. Du glaubst mir nicht? Nun, ich habe gesehen was ich gesehen habe. Einige Elfen folgten ihren gealterten Verwandten nach Immerdar, und schon bald lebte ein Königreich von Elfen in einem Himmel auf Tori!.
Über Zeitalter hinweg war Immer- dar von mächtigen Tieren, mächtiger Magie und der Macht der Seldarin selbst geschützt. Elfen aller Arten von überall in der Welt reisten nach Immerdar, um Trost zu finden. Und als die Elfen ihren Rückzug aus der Welt verkündeten, wohin glaubst du, sind sie gegangen? Dann schlug die Zauberpest zu, und ein Teil der alten elfischen Hochmagie muss sich aufgelöst haben.
Immerdar wurde von der Welt abgetrennt und fand sich in einem Meer des Feywild wieder, dem seltsamen Reich der Feen, das die Welt an geheimnisvollen Orten berührt. Ein Jahrhundert lan(l schien es, als sei Immerdar für die Welt verloren. Uralte Elfen versuchten, am Leben zu bleiben, da sie hofften, dass das Echo der ersten Teilung lmmerdars Verbindung mit der Welt widerhallen lassen könnte, sobald die Zeit der Katastro- phen vorüber war.
Ihre Geduld (und wer außer einem Elfen könnte solche Geduld haben?) wurde belohnt, als Schiffe aus Immerdar wieder in den Häfen der Schwertküste anlegten. SEGELN IN DEN WESTEN Da ich all das wusste und gerade einen altehrwürdigen Elfen getroffen hatten, der sich auf die Reise vorbereitete, wie konnte ich da nicht die Chance ergreifen und mich daran hängen?
Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich die Blindheit des Elfen ausnutzte und ihn zwang, einen Teil seines Gepäcks zurückzulassen, aber es war die Gelegenheit eines Lebens! Ich hörte, wie der Kapitän des Schiffes sagte, dass Immer- dar jetzt irgendwie in allen drei Ebenen existiert: in unserer Welt, im Feywild und in Arvandor. Es berührt sie alle, exis- tiert aber in keiner von ihnen vollständig.
Um die Insel zu finden, musst du einem Muster von Sternen folgen, bis sie sich ändern, und dann neuen Sternen folgen . (Ich schwöre bei Garls Goldklumpen, das hat er gesagt!) Wer vom Weg abkommt, der ist verloren. Wie sehr ich mir wünsche, ich hätte den Kapitän fragen können, wohin die verlorenen Schiffe verschwanden! Aber ich konnte mich nicht zeigen. Ich hatte Nahrung mitgebracht, da ich ja nicht wusste, wie lange ich mich an Bord des Schiffs verbergen musste.
Zu Beginn der Reise spitzte ich die Ohren bei jedem Knarzen der Bretter, bei jeder elfischen Stimme, doch nach einer Weile wiegte die See mich in den Schlaf. Die Reise danach fühlt sich wie ein Traum an. Ich weiß, dass ich aufgewacht sein und wohl gegessen, geschlafen und andere Bedürfnisse erfüllt haben muss - zumindest war mein ganzer Proviant am Ende der Reise gegessen - aber ich kann mich nicht an die Details erinnern.
Ich weiß nur, dass das Schiff irgendwann anhielt, jemand den Korb nahm, in dem ich mich versteckt hatte, und ihn auf einen Sandstrand stellte. WAS ICH GESEHEN HABE Ich fühlte es, ehe ich es sah. Selbst, als ich nichts sehen konnte als das schwächste goldene Schimmern durch das Geflecht des Korbs, raubte mir Immerdar den Atem. Ich lag gewunden wie eine Schlange im Korb, hatte Krämpfe in allen Gliedern und war verzweifelt darum bemüht, mich nicht zu verraten.
Doch konnte ich spüren, wie die Magie von Immer- dar durch meinen Körper sickerte, meine schmerzenden Glieder besänftigte und mein schlechtes Gewissen linderte. Als ich wieder atmen konnte, keuchte ich auf. Und da fand mich der Elf. Der blinde Elf, dessen geliebte Schätze ich entfernt hatte. um meine Reisemöglichkeit zu bekommen, zog mich aus seinem Korb. Und seine Augen waren so klar wie Diamanten und nicht weniger hart.
Ich war mir des Todes sicher, und als ich meine Umgebung sah - und das sage ich aus vollem Herzen -, war es mir egal. Hätte der Elf mich in diesem Augenblick umgebracht, dann wäre meine Seele zu Garl gegangen und hätte ein Schiff gefordert, um wieder nach Immerdar zu segeln. Mein stummes Erstaunen brachte den Elfen dazu, sich umzudrehen und ebenfalls einen Blick auf seine Umgebung zu werfen, und auch er war bezaubert. Was wir sahen?
Nun, stelle dir einen Ort atemberaubender natürlicher Schönheit und unglaublicher elfischer Kunstfer- tigkeit vor, ein fremdes Reich, so
ich entfernt hatte. um meine Reisemöglichkeit zu bekommen, zog mich aus seinem Korb. Und seine Augen waren so klar wie Diamanten und nicht weniger hart. Ich war mir des Todes sicher, und als ich meine Umgebung sah - und das sage ich aus vollem Herzen -, war es mir egal. Hätte der Elf mich in diesem Augenblick umgebracht, dann wäre meine Seele zu Garl gegangen und hätte ein Schiff gefordert, um wieder nach Immerdar zu segeln.
Mein stummes Erstaunen brachte den Elfen dazu, sich umzudrehen und ebenfalls einen Blick auf seine Umgebung zu werfen, und auch er war bezaubert. Was wir sahen? Nun, stelle dir einen Ort atemberaubender natürlicher Schönheit und unglaublicher elfischer Kunstfer- tigkeit vor, ein fremdes Reich, so fern und wunderschön wie die Sterne, aber so sehr ein Teil von dir wie deine eigenen Träume. Ein Teil Himmel, ein Teil Heimat. Ich würde gerne sagen, wir dort einen Augenblick teilten, der Elf und ich.
Vielleicht erkannte er das und brachte mich deswegen nicht um. Es war alles viel zu schnell vorbei. Ich wurde zurück auf das Schiff gebracht, zurück in die Welt transportiert, und gewarnt, ich solle nie wieder etwas so Dummes machen, wenn ich nicht getötet werden wollte. Ich denke nicht, dass ich es tun werde. Zumindest nicht, bevor sich wirklich alt bin. Dann werde ich Ausschau halten nach Elfen mit milchigen Augen. die nach Westen blicken! Kannst du es jetzt begreifen?
Wärst du nicht gerne ein paar Gnomenstiefel und hättest Immerdar berührt, und wenn es auch nur für ein paar Herzschläge war? FOLIANT DES FEvw1LD-W1ssENs UNABHÄNGIGE REICHE ICH WANDERE SCHON LÄNGER DURCH DIESES LAND, ALS du am Leben bist, Karawanenmeister. Ich sage das nicht, um dich mit meinen fahren klein zu machen, sondern damit du es verstehst, wenn ich dir sage, dass deine vorgeschlagene „Abkürzung" nur in den blutigen Niedergang von dir und deinen Arbeitern führt.
Denn ich habe andere den gleichen Fehler machen sehen und den gleichen Tod sterben sehen. -Aedyn Craumantel, an Wundrith Parr. Karawanenmeister aus Waterdeep Auch wenn es unzählige Nationen. Königreiche und Stadt- staaten überall in Faerün gibt, wäre es ein gefährlicher Fehler, davon auszugehen, dass all das Land zwischen diesen Orten gezähmt ist.
Wenn man sich nur wenig von den meis- ten zivilisierten Orten entfernt, findet man sich inmitten der Wildnis wieder, heimgesucht von tödlichen und verkomme- nen Kreaturen. Die Informationen unten stammen aus Weit von den Nebelhügeln, einer Abhandlung über die abgelegenen Orte des Nordens, verfasst von Aedyn Graumantel, einer mond- elfischen Waldläuferin aus Evereska. In den Jahren, in denen Aedyn sich durch die Wildnis gekämpft hat, war sie Führerin, Karawanenwache, Leibwächterin und Pionierin.
BüARESKYR-BRÜCKE Die Boareskyr-Brücke steht auf der Handelsstraße und ist für mehr als hundert Meilen in beide Richtungen die einzige beständig sichere Überquerung des Winkelwassers. Das allein macht sie bemerkenswert, aber dort, mitten in der Wildnis, wo es nichts gibt, das die Größe des Ortes zeigen würde. ermordete ein sterblicher Mann Bhaal, den Gott des Mordes. Das ist kein Märchen.
Selbst ein Jahrhundert, nachdem Bhaals Blut hier vergossen wurde, ist das Wasser des Flusses für Meilen westlich der Brücke schwarz und übelriechend. Noch verstärkt wird die heilige Natur des Ortes dadurch, dass Cyric, der Mann, der Bhaal getötet hat, selbst zur Gottheit erhoben wurde.
Auch wenn er sich als böse Macht erwies, wurden Statuen von Cyric und Bhaal an beiden Enden der Brücke errichtet, wobei die beiden Götter aufei- nander blicken (auch wenn man sagt, Cyric habe Bhaal in den Rücken gestochen). Vor ungefähr einem Jahrhundert rissen Fanatiker von Mystra die Statuen nieder und warfen ihre Steine in den Fluss.
Aber die Kaufleute, die die Brücke nutzen, fürchteten Vergeltung für das Sakrileg, legten ihr Geld zusammen und bauten die Statuen größer wieder auf, als sie zuvor gewesen waren. Jetzt steht jeder Gott auf seinem eigenen verzierten Torbogen, der als Eingang zur Brücke dient. Die Boareskyr-Brücke ist nach einem lange verstorbenen Abenteurer benannt, der die ursprüngliche Brücke erbaute und sie als Mittelpunkt eines kleinen Königreichs nutzte, das ebenfalls seinen Namen trug.
Es lag nördlich und östlich der Handelsstraße. doch überdauerte es nur einige Jahrzehnte, ehe es den Bedrohungen aus den Feldern der Toten zum Opfer fiel. Die Brücke dient als Verbindung zwischen dem Land des Nordens und den Westlichen Herzlanden. Die gewaltige schwarze Granitbrücke ist breit genug. dass zwei Wagen in unterschiedlichen Richtungen aneinander vorbeikommen, und die hüfthohe Umwallung ist dicker als manche Burgmauern.
An den meisten Sommertagen und sogar während Jahreszeiten, die weniger zum Reisen KAPll l:.L 2 1 DIE SCHWERTKÜSTE UND DER NORDEN 73 74 geeignet sind, kreuzen Kaufmannskarawanen die Brücke, und Pilger kommen, um ihre Ehrerbietung zu erweisen. Alles unter dem schützenden Blick der Paladine von Elturgard, die im nahen Fort Tamal stationiert sind. FORTTAMAL Für Jahre diente eine zerstörte Festung am Südufer, Brü- ckenfurt genannt, als Lager für Karawanen, die die Brücke überquerten. Egal
aus den Feldern der Toten zum Opfer fiel. Die Brücke dient als Verbindung zwischen dem Land des Nordens und den Westlichen Herzlanden. Die gewaltige schwarze Granitbrücke ist breit genug. dass zwei Wagen in unterschiedlichen Richtungen aneinander vorbeikommen, und die hüfthohe Umwallung ist dicker als manche Burgmauern.
An den meisten Sommertagen und sogar während Jahreszeiten, die weniger zum Reisen KAPll l:.L 2 1 DIE SCHWERTKÜSTE UND DER NORDEN 73 74 geeignet sind, kreuzen Kaufmannskarawanen die Brücke, und Pilger kommen, um ihre Ehrerbietung zu erweisen. Alles unter dem schützenden Blick der Paladine von Elturgard, die im nahen Fort Tamal stationiert sind. FORTTAMAL Für Jahre diente eine zerstörte Festung am Südufer, Brü- ckenfurt genannt, als Lager für Karawanen, die die Brücke überquerten.
Egal ob die Karawanenmeister nach Norden oder Süden gingen, sie konnten sich einer sicheren Rast auf der von der Mauerruine umschlossenen Wiese gewiss sein, und sie teilten die Pflicht, Wache zu halten, mit anderen Reisenden . Dann, inmitten einer Führungskrise im weit entfernten Elturel, verschwand eine der möglichen Erbinnen für den Posten des Hohen Beobachters, eine Paladinin namens Tamal Thent, mit ihrem ganzen Gefolge in der Nähe der Brücke.
Auch wenn es eine Ermittlung gab, fand man keine Spur von Tamal und den anderen. Thavus Kreeg, Tamals Rivale um den Posten, wurde kurze Zeit später ins Amt des Hohen Beobachters gehoben, und eine seiner ersten Dekla- rationen war, dass Brückenfurt wiederaufgebaut werden und einen neuen Namen zu Ehren der verlorenen Tamal erhal- ten sollte.
Es gab zu dieser Zeit viel Aktivität in der Umgebung der Boareskyr-Brücke, und die Soldaten von Elturgard führten häufige Patrouillen auf der Straße und der Umgebung durch, während Fort Tamal errichtet wurde. Heute ist die Lage an der Brücke ziemlich ruhig. Die Tradition, dass Karawanen an der Brücke kampieren und Pilger sie besuchen, besteht noch immer, aber heute bleiben die Leute auf dem Karawanenge- lände um ein kleines Dorf, das vor dem Fort entstanden ist.
Die Aktivität in der Region wird von einer eigentümlichen Mischung aus Gefährten von Elturgard überwacht. Die Gefährten, allesamt Paladine von Göttern wie Tyr, Torm, Helm und Amaunator, sind entweder junge Hitzköpfe oder alte Veteranen, die zufrieden damit sind, ums Feuer zu sitzen. Viele Veteranen wurden in Fort Tamal stationiert, seit es erbaut wurde, und sie haben Familien, die im Dorf vor den Mauern leben.
Ihre jugendlicheren Gegenstücke stam- men aus ganz Elturgard, scheinen aber alle für die eine oder andere Ungehorsamkeit nach Fort Tamal geschickt worden zu sein. Vielleicht wird gehofft, dass ihre Zeit im Grenzland mit ihren erfahreneren Brüdern den Eifer der jungen Gefähr- ten abkühlen wird. Gewiss sehen manche der jungen Gefährten, mit denen ich gesprochen habe, ihren Posten als Bestrafung.
Die Boa- reskyr-Brücke ist weit vom Rest von Elturgard entfernt, und die Karawanen, die bei Fort Tamal kampieren, schienen noch nie so viele Bewacher zu brauchen wie heute. Selbst die rela- tive Nähe von Najara scheint wenig Grund zu sein, dass so viele von Elturgards mächtigsten Verteidigern für eine solch triviale Aufgabe vergeudet werden. Die älteren Gefährten sprechen davon, ihre Pflichten zu erfüllen und ihren Befehlen zu gehorchen, aber mir schienen sie zu zufrieden zu sein.
Ein Paladin sollte Antrieb haben. Sie haben aus einem guten Grund die Macht der Götter erhalten, und gewiss kann dieser Grund nicht darin bestehen, schlafende Kaufleute zu bewachen. Andererseits ist der Hohe Beobachter allen Berichten zufolge ein weiser und effektiver Herrscher. Viel- leicht erkennt er eine Bedrohung an der Boareskyr-Brücke, die ich nicht sehen kann. Najara war in letzter Zeit aktiver, trotz seines stillen Äußeren, das versichere ich euch.
Burg Drachenspeer im Norden war wieder einmal der Ausgangs- punkt eines infernalischen Eindringens. Und vielleicht ist ein Ort, an dem ein Gott des Mordes starb und ein Gott der Lügen geehrt wird, einfach finster. KAPITEL 2 1 D I E SCHWERTKÜSTE UND DER NORDEN Ich für meinen Teil habe Mitgefühl mit den jungen Hitzköp- fen und habe jenen, mit denen ich gesprochen habe, geraten, in die Himmel zu blicken. In der Zeit von Cyrics legendärer Schlacht mit Bhaal waren Pegasi in der Nähe.
Die magischen Kreaturen sollen jene schätzen, die ein reines Herz haben und sich sogar von ihnen reiten lassen, wenn die Sache ' gerecht ist. Die jungen Paladine werden vielleicht nicht eine solche Gunst erlangen, aber ich bin mir sicher, der Gedanke bringt ihnen einige angenehme Tagträume. CANDLEKEEP Die große Festung raubt mir immer den Atem. Sie steht auf einem Vulkanfels etwa 30 Meter von der Küste entfernt, ein Dorn aus rauem Stein mit flacher Spitze inmitten der brandenden See.
Jetzt stellt euch vor, wenn ihr könnt, dass die Spitze dieses Felsen vollständig von einer hohen Mauer umrandet ist. Die Mauer wird auf allen Seiten von mehreren Türmen unterbrochen, und sie umfasst einen großen Bereich, aus dem sich noch mehr derselben Türme erheben. Wer diesen Ausblick von oben betrachten konnte, der sagt,